Regierungsräte prägen GGR-Jahresmeeting

Für einmal trafen sich die Delegierten des Gewerkschaftsbundes Graubünden (GGR) im Saal des Grossen Rates zu ihrem Jahresmeeting. Die ordentlichen Traktanden konnten dabei zügig behandelt werden. So wurde der Vorstand unter dem Präsidium von Simon Suter aus Landquart (Mitglied SEV, VPOD, Unia) einstimmig wiedergewählt und zusätzlich mit Eileen Flütsch (Mitglied SEV) ergänzt.

Überstrahlt wurde der Anlass jedoch durch die Anwesenheit der Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr, des Bündner Regierungsrates Martin Jäger sowie dem Gewerkschafter und Regierungsratskandidaten Peter Peyer. Unter dem Titel „GewerkschafterInnen in der Regierung - Herausforderungen, Ziele und Erfolge“ wurden sie durch die Journalistin Barbara Rimml zu ihren Erfahrungen und ihrem Erlebten befragt. Es entstand ein hochspannender Abend gerade auch zur Kontroverse zwischen Eigenständigkeit und Konkordanz.

„Als Regierungsrätin oder Regierungsrat wird man ja auch Chef, Arbeitgeber, von mehreren hundert Mitarbeitenden. Beisst sich dies nicht mit dem Herz einer Gewerkschafterin, eines Gewerkschafters?“ so eine der Fragen. Sowohl Jacqueline Fehr, wie auch Martin Jäger bestätigten, dass der Schritt in die Regierung aus gewerkschaftlicher Sicht effektiv ein gewisser Rollenwechsel sei. Dies aber nicht als Gegensatz, sondern von der gewerkschaftlich-fordernden Seite zu jener, welche auch verschiedenste Instrumente in der Hand hat, um Verbesserungen zu erreichen oder entsprechende Antworten erarbeiten muss.

So unterstrich Martin Jäger am Beispiel der Löhne für die Kindergartenlehrpersonen, dass in seiner Amtszeit bereits ein wichtiger Schritt gemacht wurde, es brauche jedoch sicherlich noch einen weiteren Schritt, um eine gänzliche Gleichwertigkeit ihrer Löhne zu erreichen. Hier kann das Parlament dann gegen den Wunsch eines Regierungsrates eine Bremse sein. Jacqueline Fehr betonte die Wichtigkeit, die vorhandenen Instrumente zu nutzen. Dies beginnt bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bei den Weiterbildungsmöglichkeiten und bei der Lohngleichheit bei Anstellungen. Sie unterstrich: „Es ist ein Politisieren auf der Seite der Lösungen mit den vorhandenen Mitteln“:

Peter Peyer war ein aufmerksamer Zuhörer, hat aber auch konkrete Vorstellungen und Erfahrungen. So waren in seiner Zeit als Kindergärtner Teilpensen bei Lehrpersonen noch kein Thema, heute ist dies Alltag. Und auch die Angebote und Möglichkeiten von Teilzeitstellen haben deutlich zugenommen, hier besteht jedoch durchaus noch Förderbedarf. Nicht nur über solche Fragen debattieren, sondern auch einmal ausprobieren und machen. Dies zeigt auch sein Leistungsausweis als Gewerkschafter, ist er doch kein Verteiler von vielen leeren Worthülsen, sondern ein engagierter, fairer Sozialpartner.

Abschliessend konnte für alle Anwesenden die Frage: „Braucht es Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in der Regierung?“ eindeutig mit JA beantwortet werden. Entsprechend bestätigte der Gewerkschaftsbund Graubünden die Kandidatur von Peter Peyer mit grossem Applaus.

 

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