Es braucht einen Sozialpartnerschaftlichen Ruck

Die aktuelle Situation mit der Corona-Pandemie hat auch auf unseren Berufsalltag einen sehr grossen Einfluss. Da stehen einerseits die Vorgaben von Bund und Kantonen, andererseits aber auch die Mitglieder und alle Arbeitnehmenden mit ihren Fragen und Sorgen. Und nicht zuletzt gilt es, gemeinsam Verantwortung und Sorge zu tragen. Entsprechend halten die einzelnen Bündner Berufsgewerkschaften für ihre Mitglieder die Rechtsberatung im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten offen. Und auch auf politischer und sozialpartnerschaftlicher Ebene laufen die Kontakte und der notwendige Austausch. Der GGR wendet sich mit folgender Medienmitteilung dazu an die Öffentlichkeit.

Es braucht einen Sozialpartnerschaftlichen Ruck

Chur, 28. März 2020

Es gibt kaum einen Arbeitsplatz, welcher nicht durch die aktuelle Situation mit dem Coronavirus betroffen ist. Die erfolgten Massnahmen und getroffenen Anordnungen greifen direkt in den Berufsalltag von uns allen. Anlässlich ihres Treffens vom 27. März 2020 mit Regierungsrat Marcus Caduff und Vertretern seines Departementes, erörterte eine Delegation des Gewerkschaftsbundes Graubünden die aktuelle Situation.

Im konstruktiven Dialog zeigte sich, dass die bisher vom Kanton ergriffenen Massnahmen auf gute Zustimmung stossen. Der Focus auf die verschiedenen Berufsfelder zeigte jedoch, dass es sowohl bei den Vorgaben des Bundes wie der Umsetzung im Kanton noch diverse offene Fragen gibt, die geklärt werden müssen. So vermittelte Arno Russi, Gewerkschaft UNIA, ein breites Bild über die Situation im Bausektor. Neben vorbildlichen Unternehmen, welche rasch die notwendigen Schutz und Distanzmassnahmen getroffen haben, braucht es bei kleineren Betrieben weiteren Aufklärungsbedarf. Dabei tragen die Betriebskontrollen eine besondere Verantwortung. Im öffentlichen Verkehr von Bahn und Bus, so Markus Cadosch Gewerkschaft SEV, ist ein gesundes Mass zwischen der Leistungsvereinbarung und Aufrechterhaltung der Grundversorgung zu finden.

Ein besonderes Augenmerk gilt es aktuell dem Gesundheitspersonal zu schenken. Die Regelungen des Arbeitsgesetzes wurden für diese Berufe gelockert, so dass unter anderem mehr Arbeitsstunden gefordert werden können. Der Gesundheitsschutz und die Fürsorge-pflicht für die Mitarbeitenden in Spitälern und Heimen darf aber nicht gelockert werden, so in aller Deutlichkeit Thomas Hensel von der Gewerkschaft VPOD. Unser Gesundheitsper-sonal leistet eine grosse Arbeit, ihm ist Sorge zu tragen. Es braucht klare Anstellungs- und Lohnregelungen, auch für all die Ehemaligen und Freiwilligen, welche sich auf den Aufruf des Kantons gemeldet haben. Hier braucht es den sozialpartnerschaftlichen Ruck der Arbeitgebenden.

Grundsätzlich – so ein gemeinsamer Fokus der Gesprächsrunde – muss das Ziel sein, die Arbeitsplätze im Kanton möglichst zu erhalten und so für die Zeit nach der Pandemie gerüstet zu sein. Mit den erweiterten Möglichkeiten der Kurzarbeit und der Arbeitslosen-versicherung wurden für die Arbeitnehmenden wichtige Elemente gesetzt. Grosse Sorge bereitet der Gewerkschaftsdelegation jedoch die Situation der Auszubildenden. In den nächsten Tagen beginnen die Lehrabschlussprüfungen, aber auch die Anmeldungen/ Auf-nahmeprüfungen für weiterführende Schulen. Für die Jugendlichen muss subito Klarheit geschaffen werden. Besteht die Möglichkeit von Anpassungen oder Verschiebung der Abschlussprüfungen? Wie wird die Zeit einer allfälligen Verlängerung der Ausbildungszeit entlöhnt? Und wie ist Graubünden vorbereitet, wenn die Krise länger dauert und schlimm-stenfalls auch Ausbildungsplätze wegfallen? Die Jugendlichen sind die Berufsfachleute, die Fachkräfte unserer Zukunft – für sie ist ein dringender und wichtiger Fokus legen.

für den Gewerkschaftsbund GGR
Thomas Hensel

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